Freundschaft durch Luftpost
Es war ein schöner Samstag im September. Florian war mit seiner Mutter in der Stadt, Aber es ist total langweilig nur mit der Mutter in der Stadt die Kirmes zu besuchen. Viel lieber wäre Florian mit einem Freund hierhergekommen. Tja, davon träumte Florian jede Nacht, denn er hatte leider keinen einzigen Freund. Warum? Das wusste er selbst nicht so genau. Vielleicht, weil er nicht so sportlich war? Deswegen konnte er nichts mit den Jungs aus seiner Klasse machen, denn die spielten den ganzen Tag Fußball.
Jedenfalls wollte Florian nun weder Autoscooter noch Riesenrad fahren. Da entdeckte er einen Stand, an dem mit Helium aufgepumpte Luftballons verkauft wurden. „Mama“, fragte Florian, „kann ich bitte einen Ballon haben?“ „Ja, natürlich, Florian“, sagte seine Mutter. Sie freute sich, dass sie Florian damit eine kleine Freude machen konnte. Ein kleines Lächeln huschte nun auch über Florians Gesicht. Er hatte eine Idee! Schnell lief er zum Stand und kaufte sich einen schönen roten Ballon. Zwei Stunden blieben sie noch in der Stadt, dann fuhren sie nach Hause. Zuhause ging Florian direkt in sein Zimmer und schrieb einen Brief. Der lautete so: „Hallo, ich heiße Florian und wohne im Bucheckenweg 22 in Waldhausen. Willst du mein/e Freund*in sein?“ Den Brief band er an den Ballon und diesen ließ er aus dem Fenster in die Luft steigen. Jeden Tag schaute er gespannt in den Briefkasten. Tatsächlich fand er ein paar Tage später einen Brief, der an ihn adressiert war. Der lautete so: „Hallo, ich heiße Nikolas und wohne im Starenweg 76 in Waldhausen. Ich möchte gerne dein Freund sein! Dein Nikolas“
Florian war so glücklich, dass er nur noch schreien wollte! Das tat er dann auch. Er machte das Fenster auf und schrie: „FREUNDSCHAFT!“
Dieses Wort flog durch den ganzen Bucheckernweg und noch weiter durch Waldhausen. Und bei jedem Menschen, an dem das Wort vorbeikam, erschien ein Lächeln auf dem Gesicht. Sogar Herr Bohrmann aus dem Dornheckenweg, der wie immer mürrisch aus dem Fenster guckte, musste lächeln und winkte ganz aus Versehen seiner Nachbarin Frau Sommer zu. Und diese winkte zurück. Das war die Magie der Freundschaft!
Florian und Nikolas schrieben sich immer mehr Briefe hin und her. In einem fragte Florian schließlich, ob sie sich mal treffen können. Sie machten den Mittwoch in der nächsten Woche 15.00 Uhr auf dem Spielplatz am Rosenplatz aus. Der Tag kam immer näher und näher. Florian wurde von Tag zu Tag aufgeregter. Als endlich der Mittwoch da war, fuhren beide Kinder mit dem Fahrrad zum Spielplatz. Sie kamen beide gleichzeitig an. Sie setzten sich auf verschiedene Bänke. Sie erkannten sich nicht, denn sie hatten sich noch nie gesehen. 10 Minuten später stand Nikolas auf und fragte Florian: „Auf wen wartest du?“ „Auf meinen Freund“, antwortete Florian. „Ich warte auch auf meinen Freund. Mein Name ist Nikolas“, sagte dieser.
„Oh, dann warte ich schon die ganze Zeit auf dich!“, sagte Florian. „Ich bin Florian.“ „Dann warte ich schon die ganze Zeit auf dich“, sagte Nikolas und setzte sich neben Florian. Plötzlich fingen beide an zu lachen und zu erzählen. Sie waren glücklich und strahlten mit der Sonne um die Wette. Denn nichts war schöner als einen Freund zu haben.
