Der Deutschunterricht an der Waldschule knüpft ab Klasse 1 an die individuelle Sprachentwicklung der Kinder an. Die Grundlage unserer Arbeit bilden dabei die vier Bereiche des Lehrplans: „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben“, „Lesen – mit Texten und Medien umgehen“ sowie „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“.
Wir arbeiten in allen vier Jahrgängen mit dem Lehrwerk „ZEBRA“ aus dem Klett Verlag. Das Lehrwerk bietet sowohl geschlossene Übungsaufgaben als auch offene Aufgaben, die die Kinder zum Weiterdenken sowie zur Auseinandersetzung mit einem Thema auf einer tieferen Ebene anregen.
Sprechen und Zuhören
Zum Bereich „Sprechen und Zuhören“ gehören in allen Klassenstufen z.B. der Erzählkreis am Montagmorgen, in dem die Kinder Erlebnisse vom Wochenende erzählen können. Das Augenmerk liegt hier auf dem chronologischen und sachlogischen Erzählen, indem sich die Kinder am „roten Faden“ orientieren.
Der Klassenrat, der einmal wöchentlich in den Klassen tagt, zielt v.a. auf argumentatives und begründendes Sprechen ab. Von Klasse 1 an werden diese Kompetenzen mittels weiterer Bereiche vertieft: Die Kinder üben, Diskussionen zu führen, Referate zu halten, Interviews zu führen sowie das szenische Spiel und das Rollenspiel.
Die Autorenrunde zu Beginn der wöchentlichen Schreibzeit bildet ebenfalls ein festes Ritual im Bereich des Sprechens und Zuhörens. Hier stellt ein Kind einen selbstgeschriebenen Text vor und erhält wertschätzendes Feedback der anderen Kinder hierzu. Dabei folgt die Autorenrunde einem festgelegten Ablauf (Fragen, Positive Rückmeldungen, Tipps, sukzessive auch Gespräch über Textsorte sowie Schreibgeheimnisse), der von den Kindern geleitet wird.
Schreiben
Im Mittelpunkt des Schreibunterrichts an der Waldschule steht die freie Schreibzeit nach Beate Leßmann. Von Beginn an gibt es eine feste Zeit in der Woche, in der die Kinder frei zu für sie persönlich bedeutsamen Themen schreiben dürfen. Dafür gibt es ein eigens zu diesem Zweck angeschafftes Buch. In festgelegten Zeiträumen geben die Kinder den für sie am besten gelungenen Text zur Bewertung bei der Lehrkraft ab. So entsteht ein individuelles Portfolio eines jeden Kindes, das die Schreibentwicklung über die Grundschulzeit hinweg dokumentiert.
Im Rahmen der Schreibzeit werden den Kindern von Beginn der Schulzeit an immer wieder verschiedene Textsorten als Modelltexte in der Autorenrunde vorgestellt. Diese dienen zum einen als Schreibimpuls, zum anderen wird so das Textsortenwissen der Kinder erweitert. Gemeinsam wird die vorgestellte Textsorte untersucht und herausgearbeitet, was die textsortenspezifischen Merkmale sind. Auf dieses Wissen greifen die Kinder dann beim Schreiben ihrer eigenen Texte zurück.
In Klasse 1 werden die Kinder an das freie Schreiben herangeführt, indem z. B. ein Bilderbuch als Schreibimpuls dient, zu dem die Kinder dann einzelne Wörter, Sätze oder bereits kleine Texte, je nach individueller Schreibkompetenz, schreiben können. In den höheren Klassen verfassen die Kinder nach Vorgaben oder frei ihre eigenen Texte. Dabei stehen im Klassenraum stets Schreibimpulse als Hilfestellung zur Verfügung. Der Schreibprozess mit seinen Teilschritten ist im Klassenraum für jedes Kind sichtbar visualisiert.
Lesen – mit Texten und Medien umgehen
Wir verstehen das Lesenlernen als ganzheitlichen Prozess, der eine fächerübergreifende Schlüsselkompetenz darstellt und der sich über die gesamte Grundschulzeit durchgehend weiterentwickelt. Das Lesenlernen wird schrittweise vom Laut zur Silbe, zum Wort, zum Satz und schließlich zum Text aufgebaut. Zur Förderung der Lesekompetenz kommen vielfältige Materialien zum Einsatz, die an die verschiedenen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst werden. Außerdem gehören z.B. das Lesen von Ganzschriften oder eine Schmökerzeit zum Lesen individueller Texte und Bücher fest mit zum Unterricht. Regelmäßig werden Leseprojekte durchgeführt und z.B. Lesekisten, Leserollen oder Buchpräsentationen vorgestellt. Ein weiterer Bestandteil des Unterrichts ist darüber hinaus der regelmäßige Besuch der Klassen in der Gemeinde-Bücherei St. Heilig Geist. Die Bücherei bietet uns ebenfalls die Möglichkeit, Themenkisten, z.B. zu aktuellen Sachunterrichtsthemen, auszuleihen, sodass die Kinder auch in Kontext anderer Fächer ihre Lesekompetenzen vertiefen können.
Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Auch die Untersuchung von Sprache und Vergleiche zu anderen Sprachen, z.B. der Familiensprachen der Kinder, gehört zu unserer täglichen Arbeit. Die Kinder lernen sukzessive die grammatikalischen Regelmäßigkeiten und die Besonderheiten der deutschen Sprache kennen. Hierzu gehört die Arbeit mit Wortarten, deren Funktionen, mit Satzgliedern, verschiedener Proben und Wirkungen im Rahmen des Lernwörtertrainings sowie des Satzes der Woche. Auch das Nachschlagen von Wörtern in Wörterlisten und im Wörterbuch wird regelmäßig trainiert. Ebenfalls nehmen wir in diesem Bereich die Wirkung von Sprache unter die Lupe. Wann immer es sich anbietet, arbeiten die Kinder an ihren eigenen Texten.
